Viagra als Dopingsubstanz?

Januar 5th, 2010 von admin

Wie heute auf dnews.de zu lesen ist, will das englische Fussballteam bei der WM 2010 mit Viagra im Blut antreten. Grund dafür ist die bekanntermaßen gefäßerweiternde Wirkung des Sildenafil. Durch diese Verbesserung des Blutstromes im Körper erhofft man sich eine verbesserte Sauerstoffversorgung der Muskelzellen und mithin letztlich mehr Ausdauerleistung. Die Briten, so scheint es, wollen mit allen Mitteln den Titel. Legal wäre diese Methode auf jeden Fall, denn Viagra – oder genauer Sildenafil – stehen nicht auf der Liste der verbotenen Dopingsubstanzen. Googlet man aber ein wenig nach dieser Thematik, können auch Zweifel an der Wirksamkeit dieser “Dopingpraxis” auftreten. In der Süddeutschen Zeitung findet sich ein Interview mit dem anerkannten Dopingforscher Wilhelm Schänzer, der zu Protokoll gibt, dass die leistungssteigernde Wirkung wohl nicht sehr ausgeprägt sein dürfte. Zumindest gibt es für die Anti Doping Agenturen bisher keine Hinweise darauf, dass Viagra im Spitzensport zu einem Problem werden könnte. Dies wohl auch, weil es einfach noch keine wissenschaftlich fundierten Untersuchungen gibt. Gleichwohl wird Viagra von manchen Ärzten auch bei Kreislaufproblemen verschrieben, eben in der Hoffnung, dass diese verbessert werden können.

Bleibt zuletzt jedoch die Frage, ob die Briten auch mit den Nebenwirkungen von Viagra Fussball spielen können und wollen, denn Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Hitzegefühle, sind hier vermutlich eher kontraproduktiv. Die Links zu den Zeitungsartikeln finden Sie wie immer im Pressearchiv.

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